man in black suit jacket standing near trees during daytime

5 erfolgreiche LGBTIQ+ Unternehmer:innen

Ist es noch immer ein Tabu, als anleitende Person eines großen und erfolgreichen Unternehmens queer zu sein? Viele Selbstständige und LGBTIQ+ Unternehmer:innen sind verunsichert, denn subtile Diskriminierung und der soziale, gesellschaftliche Druck ist weiterhin noch tief verankert.

Queer zu sein, schwul zu sein, lesbisch zu sein oder in irgendeiner anderen Weise nicht der Cis-Heteronormativität zu entsprechen treibt Geschäftsleute noch heute in den Wahnsinn. Vor einem Outing beginnt in ihren Köpfen dann ein Gedankenkarussell: sehen die Leute mich als geoutete:r LGBTIQ+ Unternehmer:in dann überhaupt noch als erfolgreiche Geschäftsperson an? Oder bin ich dann nur noch die queere/lesbische Geschäftsfrau bzw. der queere/schwule Geschäftsmann? Outings ziehen nicht nur auf privater, sondern auch noch auf geschäftlicher Ebene Rechtfertigungs- oder Erklärungsdruck nach sich: “Dass Sie schwul/lesbisch/queer sind, dass hätte ich von Ihnen ja nun als letztes gedacht. Wie kam es denn dazu? Seit wann wissen Sie das?”.

Das sind vielleicht alles Gedankenkonstrukte, die vor allem in den letzten Jahren nicht mehr der Realität entsprechen. Es gibt solche Vorfälle aber tatsächlich noch, vor allem in kleineren Orten. Dabei ist Sichtbarkeit unheimlich wichtig! Denn nur wenn LGBTIQ*s, insbesondere LGBTIQ+ Unternehmer:innen, offen mit ihrer Sexualität leben, können wir im Jetzt und in Zukunft auf mehr Akzeptanz hoffen. Qualität zeichnet sich nicht durch die sexuelle Identität oder der sexuellen Orientierung aus.

Queerify möchte zeigen, dass es viele Geschäftsleute gibt, die sich geoutet haben und trotzdem erfolgreich sind.

Tim Cook: Geschäftsführer von Apple

Tim Cook auf einer Keynote.

Der heute 60-Jährige Unternehmer steht seit 2011 an der Spitze des Technologieriesens Apple. Cook leitete zuvor das operative Geschäfts von Apple. Nach dem Tod von Steve Jobs wurde er zum neuen CEO ernannt. Öffentlich outete er sich 2014, obwohl er in seinem persönlichen Leben immer offen mit seiner Sexualität umgegangen ist. Nach seinem Outing war er der erste Unternehmer in der schwule Unternehmer im Fortune 500-Ranking. Fortune 500 ist ein eine Liste, die jährlich vom Fortune-Magazin veröffentlicht wird und die 500 umsatzstärksten Unternehmen in Amerika aufzählt.

Als LGBTIQ+ Unternehmer hat er beispielsweise eine Regenbogenedition von Apple Watch-Armbändern veröffentlicht.

Peter Thiel: Mitgründer von PayPal

Man in his 40s with short, dark hair wearing a shirt and blazer
Peter Thiel wurde in Frankfurt am Main geboren.

Der 53-Jährige amerikanisch-deutscher Investor bis zum Verkauf an eBay Geschäftsführer von dem Zahlungsanbieter PayPal.

Hinter seinem Outing steckt allerdings eine längere Geschichte. Im Jahr 2007 wurde er unfreiwillig von “Gawker” geoutet.

Gawker war ein US-amerikanischer Gossip-Blog, welcher sich vor allem auf die Berichterstattung über die Medienindustrie und Prominente spezialisiert hat. Im genannten Jahr wurde ein Eintrag mit dem Titel “Peter Thiel ist total schwul, Leute!” veröffentlicht. Darin wurden verschiedene Beweise dargelegt, die die Homosexualität von Peter Thiel beweisen sollten. Der Beitrag ist heute noch abrufbar.

Obwohl das Outing unfreiwillig erfolgte, hielt er in Cleveland eine Rede, in der er sich eindeutig als schwul bekennt: “Ich bin stolz, homosexuell zu sein. Ich bin stolz, ein Republikaner zu sein. Vor allem bin ich stolz, Amerikaner zu sein!“.

Er kämpfte aufgrund der Umstände gegen Gawker und hat das Unternehmen durch diverse Schadenersatzansprüche in den Bankrott getrieben. Ironischerweise unterbreitete er dem Unternehmen später ein Angebot zum Aufkauf von Gawker.

Calvin Klein: Gründer der Kult-Marke

Calvin Klein 2011 Shankbone.JPG
Calvin Klein: Der Modeschöpfer

Der heute 78-jährige Modeschöpfer aus Amerika hat eine Marke erschaffen, die starken Minimalismus und klare Linien kultivierte.

Klein hatte 1982 eine Werbekampagne veröffentlicht, die Männer erstmals als Sexobjekte darstellte. Gezeigt wurde ein bronzierter Athlet, der sich im Freien in nur weißen Slips an einen weiß getünchten Schornstein lehnte.

Frauen und schwule als auch heterosexuelle Männer fanden daran Gefallen. Es löste einen Ansturm auf Calvin Klein-Unterwäsche aus.

Jürgen Maier: ehemaliger Geschäftsführer von Siemens UK

Siemens appoints new UK chief executive - Power Engineering International
Copyright: Siemens AG

Jürgen Maier war Vorstandsvorsitzender von Siemens im Vereinigten Königreich. Bevor er zum CEO aufstieg, hatte er zahlreiche leitende Positionen innerhalb des Unternehmens inne.

Zu Beginn seiner Karriere war Maier besorgt, dass seine sexuelle Orientierung seine Karrierechancen beeinträchtigen könnte. Daher verheimlichte er seine Sexualität lange Zeit. In den letzten Jahren hat er offen über die Probleme gesprochen, die man als schwuler Mann in der Geschäftswelt hat. Zudem spricht er sich jetzt gegen Schwulenhass am Arbeitsplatz aus.

Megan Smith: Ehemalige technische Direktorin der Vereinigten Staaten

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Megan Smith vor der amerikanischen Flagge

Megan Smith hat eine steile Karriere hinter sich.

Sie war Vizepräsidentin bei Google und ehemalige Vorstandsvorsitzende von Planet Out.

PlanetOut ist ein amerikanisches Online-Medienunternehmen, das sich ausschließlich an Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) richtet.

2014 war sie die erste weibliche technische Direktorin der Vereinigten Staaten und die dritte Person, die diese Position jemals innehatte.

Smith ist offen lesbisch und wurde sowohl vom Out Magazine als auch von GLAAD für ihre Sichtbarkeit als LGBTIQ+-Führungskraft anerkannt.

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